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Gammelfleisch, na und?

Gammelfleisch, na und?

Wollen wir Verbraucher überhaupt wissen, was los ist?

Th. Bode gibt in seinem Buch "Abgespeist - Wie wir beim Essen betrogen werden und was wir dagegen tun können" folgendes zu Protokoll: "Einzelfall auf Einzelfall: Zweieinhalb Tonnen ungenießbares Fleisch im Bodenseekreis, eine Tonne falsch etikettiertes, verschimmeltes oder verdorbenes Fleisch und Wurstwaren beim Fleischhändler L. Vogel & Co. In Troisdorf bei Bonn, in Hattingen im Ennepe-Ruhr-Kreis knapp zwei Tonnen verdorbene Schweinehaxen und Rippchen, in Neuss gar 15 Tonnen überlagertes Schweinefleisch, in Düsseldorf 3,5 Tonnen überlagertes Geflügelfleisch und Geflügelspieße unklarer Herkunft, im schwäbischen Tettnang 2,5 Tonnen vergammeltes Fleisch, in Bonn bei einer Großhandelsfirma 1,3 Tonnen Hackfleisch von Ziege, Lamm und Schwein sowie Dönerspieße, Garnelen und Schweinefleisch mit überschrittenem Haltbarkeitsdatum, 23 Tonnen Ekelfleisch wiederum in Gelsenkirchen und in Thüringen zwei Tonnen verdorbenes Rind- und Geflügelfleisch. (...) Der Einzelfall ist der Normalfall (...)."

Und trotzdem gehen wir weiter zum Wurststand im Supermarkt um die Ecke oder zum Fleischhändler "unseres Vertrauens", kaufen Fischbrötchen, Putenschnitzel und Aufschnitt und stellen uns nicht einmal die Frage, woraus die Ware tatsächlich besteht und inwieweit sie vielleicht schadstoffbelastet ist. Will der Verbraucher überhaupt wissen, was los ist? Reichen selbst die wenigen veröffentlichten Gammelfleisch- (und andere Lebensmittel-) Skandale nicht aus, um uns aufzurütteln und zu protestieren, indem wir zum Beispiel nicht mehr so arglos mit der Werbung und den Versprechungen der Fleischindustrie umgehen? Und damit dem alltäglichen Betrug die Tore mit offenhalten? Es passiert anderswo, aber nicht hier? Einfach ignorieren, weil uns unsere Heile Welt heilig ist und bleiben soll, Hauptsache es schmeckt? Und was können wir auch schon groß tun, nicht wahr? Wer will sich bei all den Alltagssorgen, die er ohnehin schon hat, auch noch damit auseinandersetzen müssen, ob das, was da auf seinem Teller landet, wirklich so koscher ist, wie es aussieht. Da könnte ja jeder kommen, da könnte man ja alles anzweifeln, selbst wenn es keinen verdächtigen Anschein erweckt ...

2.7.09 14:54


Werbung


Expertenmeinungen

 Expertenmeinungen

 "Wenn es danach ginge, dürfte man überhaupt nichts mehr essen", hat meine Mutter heute gesagt. Für mich klang das nach "Leuten, die keine Ahnung haben" - sie benutzen dieses Totschlagargument, um ihre eigene Unwissenheit zu legitimieren und ihren Unwillen, sich weiterhin nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ohne hier meine Mutter angreifen zu wollen. Es ging um das Thema Kaffee, weil ich meinte, ich trinke keinen mehr, seit ich gelesen habe, dass Stärke unter Hitzeeinwirkung Acrylamid bildet und dieses im Verdacht steht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Und Kaffeebohnen enthalten Stärke. Mag sein, dass ich übertreibe und die Mengen an Acrylamid, die ich durch täglichen Kaffeekonsum aufnehme, vergleichsweise nichtssagend sind. Mag sein, dass Acrylamid das Krebsrisiko steigert, das heißt aber noch lange nicht, dass ich tatsächlich daran erkranke, zumal ich ja nicht rauche, keine überdosierten Vitaminpräparate oder Vitamingetränke konsumiere und viel Obst und Gemüse esse, was antikanzerogen wirkt. Mag sein, mag sein, mag sein ... Aber ich bin ohnehin durch Autoabgase, Pestizidrückstände, Dioxine in der Umwelt usw. Belastungen ausgesetzt - ist es da falsch, die Belastung da, wo ich sie bis zu einem gewissen Grad beeinflussen kann, zu minimieren? Muss ich meinem Körper Acrylamid zuführen, wo ich seine toxische Wirkung kenne, selbst wenn ich sehr wahrscheinlich nicht an Krebs erkranke? Nein, ich denke nicht, dass ich was Falsches tue. Ich hasse es im Übrigen, dass so genannte Experten in Sachen Ernährung uns jeden Tag was anderes erzählen. Wenn es nach der Werbung ginge, wären probiotische Drinks DIE nicht verschreibungspflichtigen Gesundheitspusher des neuen Jahrtausends. Dabei sind die auch nicht unumstritten. Aber jeder Mensch tickt nun mal anders, jeder Stoffwechsel tickt nun mal anders, und ich finde, wenn es einen Experten gibt, dann ist es der eigene Körper, auf den zu hören wir dank Werbung und Industrie immer mehr verlernen. Wir lassen uns von außen sagen, was gut ist und was nicht, anstatt auf die innere Stimme zu vertrauen. Der Körper ist meiner Meinung nach nicht für Künstliches geschaffen (Fertiggerichte und Co.) und sagt mir schon, wonach ihm ist und wonach nicht. Und wenn er Kaffee braucht, sagt er es mir und bekommt ihn auch, aber vorher nicht und auch sicher nicht in der "empfohlenen Tagesdosis" - ein dermaßen blödsinniger Spruch, echt. Woher will ein Hersteller wissen, was mein Körper in welcher Kombi und Menge braucht, wo er doch selbst nicht mal genau weiß, wie seine chemischen Zusätze im Metabolismus wirken, und wo es ihm eigentlich nur oder hauptsächlich darauf ankommt, möglichst viel Profit zu machen? Wenn all die Diskussionen über Probiotika öffentlich wären oder was wirklich alles in bestimmten Lebensmitteln steckt oder wie die und die Zusatzstoffe wirklich wirken - ich wette, dann müssten nicht wenige Supermärkte bald ihre Regale leerräumen ... Ich jedenfalls habe beschlossen, Expertenmeinungen über meine Bedürfnisse (das muss man sich mal vorstellen - demnächst sagt uns wer noch, welche Gefühle in welcher Kombi und Menge gut sind) ein gewisses Misstrauen entgegenzubringen - und was Vitamine, Mineralstoffe und "probiotische Kulturen" anbelangt - es reicht, dass sie in der Menge und Zusammensetzung in den Lebensmitteln stecken, in die sie die Natur reingesteckt hat, basta. Guten Appetit!

10.7.09 20:53


Wegwerf-Gesundheit?

Wegwerf-Gesundheit?

Welche Vitamine stecken in einer Tomate? Wozu ist Eisen gut? Woraus bestehen Pommes frites? Was sind eigentlich Kohlenhydrate und wofür brauche ich Eiweiß? Können wir diese Fragen überhaupt noch beantworten? Wollen wir das überhaupt? Was ist uns unsere Gesundheit wert, wenn es um die Ernährung geht? Oder wird schon stimmen, was die Industrie uns vorkaut? Selbst angesichts der Tatsache, dass diese überwiegend auf Profit und Marktanteile bedacht ist? Selbst angesichts der alarmierenden Ergebnisse von Studien über ernährungsbedingte Erkrankungen und Übergewicht? Interessieren uns diese überhaupt? Wissen wir noch etwas darüber, eine Stunde, nachdem die Sendung im Fernsehen darüber vorbei ist? Spielt es eine Rolle, wie Spargel geerntet wird, wann Erdbeeren Saison haben oder ob Kürbisse an Büschen oder auf Bäumen wachsen? Schließlich brauchen wir nur in den Supermarkt um die Ecke gehen, um an Essen kaufen zu können, das uns schmeckt und das wir haben wollen – was interessiert da, wie viele E-Nummern auf der Zutatenliste stehen oder ob der Fettanteil in der Trockenmasse die empfohlene Tagesdosis überschreitet? Und Diabetes? Interessiert sowieso, wenn überhaupt, erst dann, wenn es einen selbst betrifft. Und wenn es doch um gesunde Ernährung gehen sollte, dann schlagen wir garantiert kein Kochbuch auf, gehen auf den Gemüsemarkt oder informieren uns über Vitamine und Mineralstoffe. Denn die Industrie, die Lebensmittelbranche, hat für jeden etwas, ganz gleich welchem Ernährungstrend er gerade hinterherläuft oder welche Geschmacksrichtung er bevorzugt. Probiotische Joghurts, kalorienreduzierte Orangenlimonade, Fitness-Müsliriegel, vitaminreiche Gummibärchen, fettarme Milchmischgetränke, Knabbergebäck mit 20 Prozent weniger Fett und so weiter und so fort. Und vor allem: Wann immer wir es wollen oder brauchen (oder meinen zu brauchen). In der heutigen hektischen Zeit bleibt sowieso kaum noch Platz für aufwändiges Kochen oder Fachliteratur – wozu auch, Werbung und Etiketten liefern die gewünschten Informationen, der Rest ist offenbar ohnehin nicht wichtig. Cornflakes mit Milch zum Frühstück, fertige Snacks für die Fünf-Minuten-Mittagspause, Tiefkühlpizza zum Abendessen, alles fix und fertig und ruckzuck zubereitet – was interessiert da noch, dass die Unbedenklichkeit von Süßstoffen nicht ausreichend belegt ist, dass sich vermutlich statt echten Käses ein Imitat auf der Pizza befindet, dass die Cornflakes mit Vitaminen überdosiert sind und überhaupt diese Form der Ernährung, wenn sie täglich erfolgt, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Arteriosklerose erhöht? Das interessiert erst, wenn die Krankheit selbst tatsächlich auftritt – und selbst dann führen wir sie höchstwahrscheinlich erst einmal nicht auf mögliche Fehlernährung zurück. Denn dass dieses Risiko in der Ernährung steckt, wird in der Werbung gern totgeschwiegen, diskret außen vor gelassen und auch meist nicht auf dem Etikett angegeben. Nicht weil es nicht vorhanden wäre, sondern weil der Hersteller wohl schlecht mit einem gesundheitlich bedenklichen Nahrungsmittel Gewinne einfahren würde. Also macht er sich die Heile-Welt-Mentalität, die Preissensibilität und die Wünsche des Kunden nach billiger, stets verfügbarer und auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Nahrung zunutze, ohne ihn mehr wissen zu lassen als er wissen will, denn getrost wollen wir ja davon ausgehen, dass wir das bekommen, was wir wollen. Woher sollen wir auch ahnen, dass dahinter mehr steckt, als vermutet, dass nicht alles so glatt und sauber abläuft, wie es den Anschein hat, dass uns an allen Ecken und Enden nur etwas vorgegaukelt wird – und das auch noch auf Kosten unseres wichtigsten Guts – unserer Gesundheit …

 

 

12.7.09 20:37


Achtung, Lebensmittelimitat!

Achtung, Lebensmittelimitat!

Offensichtlich ist Schokolade nicht gleich Schokolade, Erdbeermarmelade nicht gleich Erdbeermarmelade, Meeresfrüchtecocktail nicht gleich Meeresfrüchtecocktail. Schön und der Traum eines Verbrauchers wäre es, einfach in den Supermarkt gehen zu können und anhand von Verpackung und deutlich lesbarer Aufschrift erkennen zu können, was man kauft, und das auch noch zu einem günstigen Preis. Warum sollten wir dem schön aufgemachten Verpackungsaufdruck auch kein Vertrauen schenken? Verschwenden wir auch nur einen Gedanken daran, dass möglicherweise nicht einmal ein Markenprodukt so koscher sein könnte, wie es von sich in der Werbung behauptet, wo sie doch so beliebt ist und Verbraucherfreundlichkeit und gesunde Ernährung betont? Offensichtlich nicht, denn wie sonst ließen sich die jährlich steigenden zweistelligen Millionen-Umsätze der  Lebensmittelmultis erklären – obwohl statt der echten Erdbeere in der Yogurette nur ein winziger Prozentsatz Erdbeegranulat enthalten ist? Obwohl die Dr. Oetker Bio-Tütenfrühlingssuppe nur so vor Geschmacksverstärkern strotzt und mit echtem Gemüse wohl nie in Kontakt gekommen ist. Billigpreise können sich die in hartem Wettkampf um Marktanteile stehenden großen Konzerne nur leisten, wenn die Produktionskosten sich ebenfalls in Grenzen halten, damit die Umsatzbilanz am Ende des Monats auch noch stimmt – und da wird halt schon mal gespart an qualitativ wirklich hochwertigen und „schonend verarbeiteten“ Rohstoffen. Da wird statt echter Erdbeeren Aroma aus Holzpilzen genommen, statt echter Vanille synthetisches (und viel billigeres) Vanillin. Von der „Extraportion Milch“ im Kinderriegel haben Kinder durchaus etwas – wenn sie Karies, Diabetes, Übergewicht und hohe Blutfettwerte in Kauf nehmen. Und überhaupt muss ein bestimmter Bestandteil nur zu einem Mindestprozentsatz im Produkt enthalten sein, um diesem seinen Namen geben zu dürfen. So besteht Marmelade immer noch zu über 50 Prozent aus Zucker, und wenn im so genannten Pizzakäse auch nur ein Prozent echter Käse drin sind, kann man schon froh sein. Offensichtlich reicht es nicht mehr, nur den Bildern und deutlich lesbaren Verpackungsaufschriften zu vertrauen, wenn es um industriell gefertigte Fertigware geht – denn genau diese Gutgläubigkeit machen sich Lebensmittelproduzenten zunutze und verkaufen Vanillejoghurt, der keine Vanille enthält, und Wildkirschtee, der keine Wildkirsche enthält. Oder Meeresfrüchtecocktail, der keine echten Meeresfrüchte enthält. Und dabei spielt es noch nicht mal eine Rolle, ob es sich um ein No-Name- oder ein Markenprodukt handelt. Versuch’ mal herauszufinden, welche Nährwerte Yogurette hat. Oder wie viel Sauerstoff im Active O2 („der Powerstoff mit Sauerstoff&ldquo steckt. Jedenfalls nicht so viel, dass es den Preis rechtfertigen würde. Da tut es Billigschokolade genauso oder ein Schluck Leitungswasser und einmal tief durchatmen. Wobei … auch die Billigschokolade hat ihren Preis meist nicht zu Unrecht …


14.7.09 11:19


Danone Actimel - nein danke!

Danone Actimel - nein danke!

 

Jeder Naturjoghurt aktiviert die Abwehrkräfte genauso gut wie Actimel - und ist dabei um ein Vierfaches billiger und die Hälfte ärmer an Zucker - da erklärt sich leicht, was Danone mit der vorsätzlichen Verbrauchertäuschung und Fehlinformation des Kunden (z.B. echte Vanilleblüten auf dem Actimel-Drink-Fläschchen mit Vanillegeschmack, obwohl in Wirklichkeit nur synthetisches Vanillin enthalten ist) erreichen möchte - dass dieser "Windbeutel" trotz seines Mogelinhalts Umsatz macht - und die Kassen des Konzerns füllt, dem offensichtlich mehr der eigene Profit denn Qualität für den Kunden und dessen Gesundheit am Herzen liegt.

22.7.09 22:37


Monsanto – ein Konzern auf Weltherrschaftskurs?

Monsanto – ein Konzern auf Weltherrschaftskurs?

 

Fall 1: Der Irak-Krieg

 

… war nur eine Finte, nicht nur im Hinblick auf die angeblichen Massenvernichtungswaffen, die nie gefunden worden sind, nicht nur im Hinblick auf die „Schaffung von Demokratie“, die lediglich die Schaffung einer neuen US-Diktatur und damit den Zugang der USA zu irakischen Ölvorräten und anderen wichtigen Ressourcen dieses Landes erleichtert hat.

 

Die Invasion des Irak war ein Banditenakt, ein Akt von unverhohlenem Staatsterrorismus, der die absolute Verachtung des Prinzips von internationalem Recht demonstrierte. ( … ) Wir haben dem irakischen Volk Folter, Splitterbomben, angereichertes Uran, zahllose willkürliche Mordtaten, Elend, Erniedrigung und Tod gebracht und nennen es „dem Mittleren Osten Freiheit und Demokratie bringen“.

 

Nobelpreis-Rede von Harold Pinter, Übersetzung von Michael Walter,

DIE NOBELPREISSTIFTUNG 2005, aus: Website der Nobelpreis-Komitees,

http://nobelprize.org

 

Wenn George W. Bush verkündet, „Wir sind im Irak, um den Samen der Demokratie zu säen“, der sich in der ganzen Region ausbreiten möge, müsste es in Wirklichkeit heißen, wir sind gekommen, um den Samen von Monsanto, Dow und Pioneer zu verbreiten. [Zur Information: Monsanto ist einer der weltweit führenden Konzerne für die Herstellung von gentechnisch verändertem Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, Dow Chemicals einer der führenden Konzerne für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, Pioneer weltweit führender Konzern bei der Entwicklung von Saatgut und Anbaupflanzen.] Nach den Plänen der US-Regierung und Agro-Industrie soll der Anbau traditioneller Pflanzensorten, freier Saatgutaustausch und die Sortenvielfalt in der irakischen Landwirtschaft der Vergangenheit angehören und stattdessen der Saatgutimport US-amerikanischer Konzerne forciert werden, sprich der Import gentechnisch manipulierten Saatguts. Zufall oder nicht, dass während des Irak-Kriegs US-amerikanische Bomben und Raketen unter anderem irakische Futtersilos, Hühnerfarmen, Düngerspeicher, Pumpstationen und Bewässerungssysteme sowie ein Großteil der landwirtschaftlichen Infrastruktur zerstört haben. Statt der Schaffung von Demokratie und der Bekämpfung des Terrorismus bringt die US-Übergangsregierung etwas anderes mit: gesetzliche Diktate, laut derer es irakischen Bauern verboten ist, traditionelle Nahrungspflanzen nachzubauen und auszusäen sowie Saatgut zu tauschen (Order 81). Stattdessen soll patentiertes oder geschütztes Saatgut von Konzernen wie Monsanto, Dow Chemical, Pioneer, Bayer oder Syngenta auf den irakischen Markt kommen.

Über die verheerenden Auswirkungen dieser Order 81 auf die irakische Landwirtschaft ist auf der Konferenz anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des alternativen Nobelpreises im März 2005 in München diskutiert worden. Die 13 anwesenden Träger dieses Preises unterzeichneten eine Resolution, in der der Erlass als „Verbrechen gegen die Menschheit“ bezeichnet wird, der die Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen gefährdet und lediglich den „Vorteil“ mit sich bringt, die Monopolstellung der betreffenden Konzerne durch die Einführung eines Systems von Monopolrechten an Saatgut und Privateigentum an biologischen Ressourcen auszubauen. Produktion, Reproduktion, Verkauf, Ex- und Import geschützter Pflanzensorten sind ausschließlich den Saatgutkonzernen vorbehalten. Ziel ist, im Irak die Geschäftsbedingungen für Saatgut-/Chemiekonzerne, vor allem zugunsten US-amerikanischer Unternehmen, zu verbessern und so Märkte für Agrarprodukte und Dienstleistungen aus Übersee zu schaffen. Bezahlt wird mit irakischem Ölgeld, das aber dem einzelnen Bauern nicht zur Verfügung steht. Wenn die Konzerne den irakischen Agrarmarkt übernommen haben, soll das Gesetz den rechtlichen Rahmen für die dauerhafte Beherrschung des Marktes auch für den Fall eines Militärabzugs schaffen. Den irakischen Bauern bleibt nun der illegale Anbau des eigenen traditionellen Saatguts oder der Kauf der teuren „neuen“ Sorten, um sich damit in eine Schuldenspirale zu begeben.

(s. Antonio Inacio Andrioli, Richard Fuchs (Hrsg.): Agro-Gentechnik: Die Saat des Bösen. Die schleichende Vergiftung von Böden und Nahrung. © 2006 by emu-Verlags- und Vertriebs-GmbH, Lahnstein. 1. Auflage 2006.)

 

… to be continued …

26.7.09 19:06


Monsanto – ein legaler Verbrecherverein?

Monsanto – ein legaler Verbrecherverein?

 

Der Fall Percy Schmeiser

 

… ist der bekannteste aller dokumentierten Rechtsfälle, im Rahmen dessen der US-amerikanische Agro-Konzern Monsanto einen Bauern wegen angeblicher Verletzungen der Patente, die der Konzern auf gentechnisch veränderte Kulturpflanzen hält, verklagt hat und verklagt. Auf den Raps-Feldern des kanadischen Landwirts wurde gentechnisch veränderter Raps von Monsanto gefunden, den der Landwirt weder wissentlich gekauft noch ausgesät hatte. Er selbst und seine Frau sind bekannt als Saatgutentwickler und -erhalter der konventionellen Rapssorte „Canola“, was eine Patenverletzungsklage für Monsanto gegen Schmeisers besonders interessant machte. Das Gericht übernahm die Argumentation von Monsanto, nach der es irrelevant sei, wie die Rapssamen auf Schmeisers Felder gelangt seien. Schmeiser wurde schuldig befunden, die patentierten und lizenzierten Monsanto-Pflanzen widerrechtlich genutzt zu haben, wörtlich: „Durch den nicht lizenzierten Anbau von Pflanzen, die das patentierte Gen enthalten, brachten die Schmeisers Monsanto um den Monopolanspruch.“ Der Landwirt wurde verklagt, weil er nicht in der Lage war, zu verhindern, dass der Wind den herbizidresistenten Rapssamen von einem Transporter auf seine Felder geweht hatte. Von Monsanto beauftragte Privatdetektive kontrollierten Schmeisers Felder und verklagten ihn.

Das Urteil hat als Präzedenzfall eine nachhaltige Signalwirkung mit unabsehbaren Folgen. Es erteilt den Agro-Konzernen in vergleichbaren Fällen global und total das Recht, Bauern in Sippenhaft zu nehmen und sie rechtlich zu verfolgen. Dabei ist der Konzern für seine äußerst aggressiven und an der Grenze zur Illegalität liegenden Ermittlungsmethoden bekannt sowie auch dafür, gegen jeden einzelnen Verstoß betreffs ihrer Patente oder knebelnden Saatgut-Verträge mit strenger Härte vorzugehen, ob die Vorwürfe gerechtfertigt seien oder nicht. Vortäuschung falscher Identitäten, gefälschte Vertragsunterschriften, aufdringliches Verhalten mit Hubschraubern und Kameras sowie Drohbriefe gehören zum Standardrepertoire der eigens zum Zweck der (wider)rechtlichen Verfolgung von Bauern eingerichteten Rechtsabteilung des Konzerns mit 75 Angestellten und einem Jahresbudget von 10 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt eine riskante, aber sich offenbar bezahlt machende Firmenpolitik: Bestechungen, frisierte Studien, illegale Aussaat, Korruption und Lobbyismus ziehen Wissenschaftler und Politiker bis in die höchsten Regierungskreise auf die Seite des Multi-Konzerns, dem es dadurch sehr erfolgreich gelingt, seine Monopolstellung auf dem Agrarsektor auszubauen, sowie eine immer größere Machtposition innerhalb der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie einzunehmen.

 

(siehe: Antonio Inacio Andrioli, Richard Fuchs (Hrsg.): Agro-Gentechnik: Die Saat des Bösen. Die schleichende Vergiftung von Böden und Nahrung. © 2006 by emu-Verlags- und Vertriebs-GmbH, Lahnstein. 1. Auflage 2006.)

 

Fortsetzung folgt …

28.7.09 13:17


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