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Expertenmeinungen

 Expertenmeinungen

 "Wenn es danach ginge, dürfte man überhaupt nichts mehr essen", hat meine Mutter heute gesagt. Für mich klang das nach "Leuten, die keine Ahnung haben" - sie benutzen dieses Totschlagargument, um ihre eigene Unwissenheit zu legitimieren und ihren Unwillen, sich weiterhin nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ohne hier meine Mutter angreifen zu wollen. Es ging um das Thema Kaffee, weil ich meinte, ich trinke keinen mehr, seit ich gelesen habe, dass Stärke unter Hitzeeinwirkung Acrylamid bildet und dieses im Verdacht steht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Und Kaffeebohnen enthalten Stärke. Mag sein, dass ich übertreibe und die Mengen an Acrylamid, die ich durch täglichen Kaffeekonsum aufnehme, vergleichsweise nichtssagend sind. Mag sein, dass Acrylamid das Krebsrisiko steigert, das heißt aber noch lange nicht, dass ich tatsächlich daran erkranke, zumal ich ja nicht rauche, keine überdosierten Vitaminpräparate oder Vitamingetränke konsumiere und viel Obst und Gemüse esse, was antikanzerogen wirkt. Mag sein, mag sein, mag sein ... Aber ich bin ohnehin durch Autoabgase, Pestizidrückstände, Dioxine in der Umwelt usw. Belastungen ausgesetzt - ist es da falsch, die Belastung da, wo ich sie bis zu einem gewissen Grad beeinflussen kann, zu minimieren? Muss ich meinem Körper Acrylamid zuführen, wo ich seine toxische Wirkung kenne, selbst wenn ich sehr wahrscheinlich nicht an Krebs erkranke? Nein, ich denke nicht, dass ich was Falsches tue. Ich hasse es im Übrigen, dass so genannte Experten in Sachen Ernährung uns jeden Tag was anderes erzählen. Wenn es nach der Werbung ginge, wären probiotische Drinks DIE nicht verschreibungspflichtigen Gesundheitspusher des neuen Jahrtausends. Dabei sind die auch nicht unumstritten. Aber jeder Mensch tickt nun mal anders, jeder Stoffwechsel tickt nun mal anders, und ich finde, wenn es einen Experten gibt, dann ist es der eigene Körper, auf den zu hören wir dank Werbung und Industrie immer mehr verlernen. Wir lassen uns von außen sagen, was gut ist und was nicht, anstatt auf die innere Stimme zu vertrauen. Der Körper ist meiner Meinung nach nicht für Künstliches geschaffen (Fertiggerichte und Co.) und sagt mir schon, wonach ihm ist und wonach nicht. Und wenn er Kaffee braucht, sagt er es mir und bekommt ihn auch, aber vorher nicht und auch sicher nicht in der "empfohlenen Tagesdosis" - ein dermaßen blödsinniger Spruch, echt. Woher will ein Hersteller wissen, was mein Körper in welcher Kombi und Menge braucht, wo er doch selbst nicht mal genau weiß, wie seine chemischen Zusätze im Metabolismus wirken, und wo es ihm eigentlich nur oder hauptsächlich darauf ankommt, möglichst viel Profit zu machen? Wenn all die Diskussionen über Probiotika öffentlich wären oder was wirklich alles in bestimmten Lebensmitteln steckt oder wie die und die Zusatzstoffe wirklich wirken - ich wette, dann müssten nicht wenige Supermärkte bald ihre Regale leerräumen ... Ich jedenfalls habe beschlossen, Expertenmeinungen über meine Bedürfnisse (das muss man sich mal vorstellen - demnächst sagt uns wer noch, welche Gefühle in welcher Kombi und Menge gut sind) ein gewisses Misstrauen entgegenzubringen - und was Vitamine, Mineralstoffe und "probiotische Kulturen" anbelangt - es reicht, dass sie in der Menge und Zusammensetzung in den Lebensmitteln stecken, in die sie die Natur reingesteckt hat, basta. Guten Appetit!

10.7.09 20:53
 


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