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Monsanto – ein legaler Verbrecherverein?

Monsanto – ein legaler Verbrecherverein?

 

Der Fall Percy Schmeiser

 

… ist der bekannteste aller dokumentierten Rechtsfälle, im Rahmen dessen der US-amerikanische Agro-Konzern Monsanto einen Bauern wegen angeblicher Verletzungen der Patente, die der Konzern auf gentechnisch veränderte Kulturpflanzen hält, verklagt hat und verklagt. Auf den Raps-Feldern des kanadischen Landwirts wurde gentechnisch veränderter Raps von Monsanto gefunden, den der Landwirt weder wissentlich gekauft noch ausgesät hatte. Er selbst und seine Frau sind bekannt als Saatgutentwickler und -erhalter der konventionellen Rapssorte „Canola“, was eine Patenverletzungsklage für Monsanto gegen Schmeisers besonders interessant machte. Das Gericht übernahm die Argumentation von Monsanto, nach der es irrelevant sei, wie die Rapssamen auf Schmeisers Felder gelangt seien. Schmeiser wurde schuldig befunden, die patentierten und lizenzierten Monsanto-Pflanzen widerrechtlich genutzt zu haben, wörtlich: „Durch den nicht lizenzierten Anbau von Pflanzen, die das patentierte Gen enthalten, brachten die Schmeisers Monsanto um den Monopolanspruch.“ Der Landwirt wurde verklagt, weil er nicht in der Lage war, zu verhindern, dass der Wind den herbizidresistenten Rapssamen von einem Transporter auf seine Felder geweht hatte. Von Monsanto beauftragte Privatdetektive kontrollierten Schmeisers Felder und verklagten ihn.

Das Urteil hat als Präzedenzfall eine nachhaltige Signalwirkung mit unabsehbaren Folgen. Es erteilt den Agro-Konzernen in vergleichbaren Fällen global und total das Recht, Bauern in Sippenhaft zu nehmen und sie rechtlich zu verfolgen. Dabei ist der Konzern für seine äußerst aggressiven und an der Grenze zur Illegalität liegenden Ermittlungsmethoden bekannt sowie auch dafür, gegen jeden einzelnen Verstoß betreffs ihrer Patente oder knebelnden Saatgut-Verträge mit strenger Härte vorzugehen, ob die Vorwürfe gerechtfertigt seien oder nicht. Vortäuschung falscher Identitäten, gefälschte Vertragsunterschriften, aufdringliches Verhalten mit Hubschraubern und Kameras sowie Drohbriefe gehören zum Standardrepertoire der eigens zum Zweck der (wider)rechtlichen Verfolgung von Bauern eingerichteten Rechtsabteilung des Konzerns mit 75 Angestellten und einem Jahresbudget von 10 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt eine riskante, aber sich offenbar bezahlt machende Firmenpolitik: Bestechungen, frisierte Studien, illegale Aussaat, Korruption und Lobbyismus ziehen Wissenschaftler und Politiker bis in die höchsten Regierungskreise auf die Seite des Multi-Konzerns, dem es dadurch sehr erfolgreich gelingt, seine Monopolstellung auf dem Agrarsektor auszubauen, sowie eine immer größere Machtposition innerhalb der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie einzunehmen.

 

(siehe: Antonio Inacio Andrioli, Richard Fuchs (Hrsg.): Agro-Gentechnik: Die Saat des Bösen. Die schleichende Vergiftung von Böden und Nahrung. © 2006 by emu-Verlags- und Vertriebs-GmbH, Lahnstein. 1. Auflage 2006.)

 

Fortsetzung folgt …

28.7.09 13:17
 


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