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Ich bin ein Scheidungskind

That's the way of my feelings ...

*M*O*R*A*L*

Der Ausdruck *Moral* bezeichnet (...) das, was als richtiges Handeln angesehen wird, sei es von einem Individuum, einer Gruppe oder einer ganzen Kultur. (...) Moral beschreibt, was Menschen faktisch für richtig halten, bzw. was sie gemäß ihrer Vorstellungen vom richtigen Handeln tun. Der Begriff subsumiert aber auch die Forderungen und Erwartungen an andere, die erfüllt oder auch enttäuscht werden. (...)

Quelle: wikipedia

Moralisches Urteilsvermögen halte ich persönlich für einen der größten Fehltritte der Menschheit und Mitauslöser ihres unvermeidlichen Weges in den Untergang. Denn kein anderes menschliches Gedankenkonstrukt, das erdacht wurde, um ein einheitliches Regelwerk für zwischenmenschliches Miteinander zu erschaffen, hat gravierendere Auswirkungen auf ebendieses "zwischenmenschliche" Miteinander - nicht nur was ganze Nationen und ethnische Gruppen betrifft, sondern auch kleinste soziale Gruppen wie Familie und Freundeskreis. Moral "hilft" uns dabei, unsere Gefühle zu unterdrücken, zu verdrängen, ihnen nicht den gebührenden Respekt, geschweige denn Raum zuzugestehen, da sie als Impulse für "falsches" Handeln angesehen werden - und somit oftmals selbst als falsch. Willkommen auf dem ertragreichsten Nährboden für seelische "Vergiftungs"-Erscheinungen wie Ängste, Depressionen, Selbstzerstörung, Minderwertigkeitskomplexe usw.! Ich wünschte, ich wäre ein Tier - ohne moralisches Urteilsvermögen. Denn dann würde ich mich nicht als Verbrecher fühlen für eine Tat, die ich nicht begangen habe. Dann würde ich mich nicht für wertlos halten, weil ich Gefühle habe und Dinge tun, die anderen Menschen gegen den Strich gehen. Dann wäre ich nicht in meinem Selbsthass gefangen, der mich zwingt, das zu hassen und zu verurteilen, was ich bin - ein fühlender Mensch ... 

*S*C*H*U*L*D*

Schuld bezeichnet (...) in der Psychologie die bewusste oder unbewusste Überzeugung, etwas Falsches getan zu haben (...) Image Hosted by ImageShack.usImage Hosted by ImageShack.usImage Hosted by ImageShack.us

Quelle:  http://de.wikipedia.org/wiki/Schuld

*s*c*h*u*l*d*g*e*f*ü*h*l*

(...) kann das Schuldgefühl (...) durch objektiv schwer nachvollziehbare Auslöser entstehen. Es wird normalerweise entweder von der Umwelt oder vom Betroffenen selbst entwickelt und verstärkt. Hierbei ist meistens eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Disposition, Persönlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung mitverantwortlich. (...)

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schuldgef%C3%BChl

Willkommen in den tiefsten Tiefen meiner Seele, am Abgrund meines intrapsychischen Seins, meiner ureigensten inneren Hölle - verursacht und geschaffen durch die menschliche "Errungenschaft" des moralischen Urteilsvermögens. Vor allem das Schuldempfinden bei Verstößen gegen moralisch festgelegte Verhaltens- und Seinsregeln ist im westlichen Kulturkreis weit verbreitet. Möge hier aber der Rücksicht halber erwähnt werden, dass natürlich intrapsychische Dispositionen vorhanden sein müssen, um ein Schuldempfinden entwickeln zu können ... und sicher sind auch diverse andere Faktoren an der Entwicklung, Aufrechterhaltung und Verstärkung meiner Schuldproblematik beteiligt. Ich bin von Natur aus ein Mensch mit altruistischer Veranlagung, und dazu gehört, andere Menschen von Belastungen jeglicher Art möglichst zu verschonen, sprich' Verantwortung zu üben und zu übernehmen. Und welches Gefühl ist am engsten mit Verantwortungsbewusstsein verknüpft?
Meine Eltern haben sich 1995 scheiden lassen. Ich habe den Tag, an dem mein Vater meiner kleinen Schwester und mir die bevorstehende Trennung offenbart hat, noch so deutlich vor Augen, als wäre es erst gestern geschehen. Ich weiß heute noch, welches Wetter draußen war, welches Muster die Kuchenteller hatten, von denen wir noch kurz vor der Verkündung gegessen hatten, und wie ich im Einzelnen auf diesen einen Satz meines Vaters, der mein Leben von Grund auf verändern sollte, reagiert habe. Vor allem was diese paar Wörter in meiner Seele, in meinem Gefühlsleben angerichtet haben. Ich sehe mich heute und ich sehe mich am Tag vor dem Tag, an dem für mich eine Welt zusammengebrochen ist - und ich könnte mir keine größeren Unterschiede vorstellen. Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern, wie es sich angefühlt hat, das Kind zu sein, das ich vor dem Tag der Trennung meiner Eltern gewesen bin - obwohl es noch heute in mir fortlebt. Auf Schweigen folgten Tränen. Auf Tränen folgten Fragen. Und auf Fragen folgte ... Schweigen. Was ist passiert? Warum??? Warum nur??? Was habe ich falsch gemacht??? Was habe ich getan, dass Papa mich verlassen hat??? Das war die Frage. Und die Antwort: Ich habe etwas falsch gemacht. Ich habe Papa vertrieben, weil ich etwas falsch gemacht oder ihn verletzt habe, weil ich ein böses Kind bin, das er nicht mehr lieb hat. Mir kam nicht einmal in den Sinn, dass ich weiter gar nicht von der Wahrheit entfernt sein könnte - aber ich war elf Jahre alt. Elf Jahre. Woher soll ein elfjähriges Kind denn wissen, was eine Lüge ist? Warum sollte das, was ich dachte, was ich fühlte, nicht der Wahrheit entsprechen? Es kam doch aus mir, so hatte ich es gelernt, ich sah, was mein Vater tat, offensichtlicher konnte es doch nicht sein??? Ich kann bis heute nicht glauben, dass eine Lüge mein Leben zerstört hat ...

Folgen für Trennungskinder

"Die Trennung der Eltern ist für viele Scheidungskinder und Trennungskinder die Hölle. Es ist aber für viele Kinder nicht nur die Hölle auf Erden, sondern ihr ganzes Leben wird zur Hölle.

°Beziehungsängste
°Trennungsängste
°Depressionen
°Angst und Phobien

(...) sind oft das Resultat eines Trennungstraumas. Dabei verursacht nicht die Trennung alleine das Trauma. Traumatisch ist auch, was vor der Trennung der Eltern und vor allem, was nach  der Trennung der Eltern geschieht. Forschungsberichte belegen, dass das Trennungserlebnis oft
ein schlimmeres Trauma hervorruft, als der Tod eines Elternteils. Seit 1950 wurden weit mehr als 4 Millionen Scheidungskinder durch die Scheidung der Eltern betroffen."

Quelle: http://www.trennungskinder.de/

"Die Folgen für Trennungskinder und damit auch Scheidungskinder sind zum Teil verheerend. Sie sind vor allem unglücklich. Sie haben zusätzlich Verhaltensmuster entwickelt, um die  Schmerzen um den Verlust des Vaters auszugleichen. (...) Die Scheidung der Eltern (...) die häufigsten Anlässe für das erstmalige Auftreten von Symptomen (...). Der Großteil der Kinder, deren Eltern sich scheiden ließen, zeigt sichtbare Irritationen im Gefühlsbereich: Angst, Ruhelosigkeit und Trauer. (...) Viele Kinder reagieren auch mit verstärkter Abhängigkeit und/oder
sozialem und emotionalem Rückzug. (...)"

Quelle: http://www.trennungskinder.de/scheidungskinder/folgen.htm

All das habe ich gelesen, NACHDEM ich mir tausendfach in Anbetracht meiner Ängste und Depressionen und auf der verzweifelten Suche nach der Ursache die Frage gestellt habe, warum ich dermaßen heftig auf dieses eine kleine Erlebnis reagiert habe. Es war doch nur eine Scheidung!!! Ich hatte schon tage-, wochenlang vorher eine Ahnung gehabt, weil meine Eltern sich häufig gestritten haben - aber vermutlich ist das einer der weiteren Faktoren, die für die Auswirkungen der Scheidung auf mich mitverantwortlich sind - meine Eltern haben sich oft gestritten, oft genug auch vor uns Kindern, und oft genug ging es dabei auch um unsere Erziehung. Lag es da nicht nahe, mir "einzureden", ich sei ein böses Kind (gewesen) und das eine der Ursachen dafür, dass Papa mich verlassen hat? Faktor Nr. 2: Nach der Scheidung hat Papa uns (meine Schwester und mich) vernachlässigt. Kaum angerufen, kaum gesehen, Versprechen gebrochen, Termine abgesagt, keine Fragen gestellt, wie es uns geht, keine Gespräche - gar nichts. Als wären wir Kinder ein Nine-to-Five-Job, den man nach Lust und Laune einfach mal beiseiteschieben kann, wenn es zu viel wird ... lag es da nicht nahe, mir einzureden, es müsse tatsächlich daran liegen, dass Papa mich nicht mehr lieb hat und nichts mehr von mir wissen will? Ich habe mir eine Lüge eingeredet - aber die offensichtlichste, die naheliegendste - und meine altruistische Veranlagung dazugerechnet, konnte ja nichts anderes bei meiner intrapsychischen Konfliktbewältigung herauskommen als Schuldgefühle ... die sich dermaßen in mir manifestiert haben, dass sie zur Grundlage meines emotionalen und sozialen Seins wurden ... 

Scheidungskinder - Folgen für spätere Beziehungen

O.O Erwiesen ist, dass Vater und Mutter für ein Kind als wichtigste Bezugspersonen auch als Vorbild für das Funktionieren von zwischenmenschlichen Beziehungen fungieren. Wird diese Vorbildfunktion z.B. durch Scheidung der Eltern aufgehoben, kann die dementsprechende intrapsy-
chische Entwicklung des Kindes gestört oder geschädigt werden - und dies wiederum Auswirkungen auf die späteren zwischenmenschlichen Beziehungen des Kindes haben, das in diesen die mitgetragenen intrapsychischen Konflikte "wiederaufleben" lässt. Für Laien übersetzt: Hat ein Scheidungskind die Trennung der Eltern seelisch nicht verarbeitet, trägt es den entsprechenden Schmerz in seine zwischenmenschlichen Beziehungen mit - und versucht zu verhindern, dass das Geschehene sich wiederholt. Mögliche Folgen: Beziehungsängste, Trennungsängste, krankhafte Eifersucht, Phobien.

Na, herzlichen Glückwunsch ...




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